Kleintierzuchtempfang 2019 - Landesverband der Rassegeflügelzüchter Weser-Ems e.V.

Landesverband der Rassegeflügelzüchter Weser-Ems e.V.
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Weser-Ems e.V.
Landesverband der Rassegeflügelzüchter
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Loswerden, was auf der Seele brennt
Gespräch mit Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kienast
(Text: Peter Jahn)

Es hat Tradition, dass sich die Kleintierzuchtverbände alljährlich  einmal mit dem Niedersächsischen Landwirtschaftsminister und in den  letzten beiden Jahren mit Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kienast zum Gedankenaustausch treffen. Auch diesmal ist vom  Ministerium in  Haags Hotel Niedersachsenhof Verden eingeladen worden.  Imker, Kaninchenzüchter und Rassegeflügelzüchter begrüßen dieses Treffen, da „es Gelegenheit bietet, das loszuwerden,  was auf der Seele brennt“.
     
Professor Werner von der Ohe vom Bieneninstitut in Celle betont,  dass sich Kleintierzüchter und Imker immer wieder neuen  Herausforderungen stellen müssen. Zwar seien diese oft unterschiedlicher   Natur, „schnell sind die Kritiker zur Stelle, Wertschätzung und  Anerkennung für die Arbeit sind eher selten“. Für die Imker führt der  LV-Vorsitzende für den Bereich Hannover, Jürgen Frühling, aus, dass die Bienen gut über den Winter gekommen sind. Alles sei  derzeit im Aufbruch, denn die Bäume und Rapsfelder stehen in voller  Blüte. In den Insektenschutz und das Programm „Niedersachsen soll bunter werden“ setzen die Imker große Hoffnung. Fragezeichen  gibt es jedoch zur anstehenden GAP-Reform, da man nicht wisse, ob diese  vorsieht, dass die Blühstreifen ausgedehnt werden.
 
Die Zucht der Honigbienen ist auf gutem Wege. Die heutigen Bienen  stechen kaum noch, der Honigertrag konnte gesteigert werden. Ebenso wie  Silke Meier, die LV-Vorsitzende in Weser-Ems, meldet   Jürgen Frühling eine weitere Zunahme der Mitgliederzahl. Sie  kritisiert, dass immer mehr Menschen auf pflegeleichte Gärten setzen,  diese geschottert und versiegelt werden, die Bienen und andere   Insekten immer weniger Nahrung finden. Barbara Otto-Kinast ist dies  auch ein Dorn im Auge: „Die Versieglung nervt – jeder kann etwas für  seine Umwelt tun.“ Sie will umgehend Gespräche mit dem   Niedersächsischen Städtetag und dem Niedersächsischen Gemeindebund  in dieser Angelegenheit führen.  
 
Mit sinkenden Mitgliederzahlen haben die beiden Landesverbände der  Kaninchenzüchter auf niedersächsischem Boden zu kämpfen. Die  Vorsitzenden kritisieren, dass die Kaninchenhaltung immer   schwieriger werde. Probleme mit der Nachbarschaft und die Entsorgung  der Stalleinstreu machen zunehmend Probleme. In den Biogasanlagen lässt  sich der Mist nur schwer verarbeiten und die Kommunen     verlangen hohe Gebühren für die Entsorgung auf ihren  Kompostierungsanlagen.
 
Zum Thema Zuchtringe beim Geflügel äußert sich Dr. Johanne Waßmuth.  Die Mitarbeiterin im Ministerium führt schon seit geraumer Zeit  Gespräche mit den Landesverbänden Hannover und Weser-Ems dazu. Sie kann nicht verstehen, dass es nicht zielstrebig weitergeht, die  Zusammenarbeit mit den Züchtern der Emdener Gans nicht zustande kommt.  Zu den Themen Sachkundenachweis für das Impfen des Geflügels und Sentinelhaltung verspricht Ministerin Otte-Kienast,  diese politisch zu diskutieren, um zu einem für die Rassegeflügelzucht  positiven Ergebnis zu kommen. Bekanntlich dürfen   Wirtschaftsgeflügelhalter ihre Tiere selbst impfen, den  Rassegeflügelzüchtern ist dies noch untersagt, bei ihrem Federvieh  müssen die Tierärzte die Impfungen vornehmen. Was die Sentinelhaltung  betrifft, gibt es kein einheitliches Vorgehen der Kreisveterinäre.

Ein anderer wichtiger Punkt für die Rassegeflügelzüchter ist die  Mitgliederschulung. Beim BDRG wird derzeit ein neues Schulungsbuch  erstellt, das viele Themen umfasst. Doch was ist beispielsweise mit dem artgerechten und sachgemäßen Schlachten von Puten,  Perlhühnern, Gänsen, Enten, Hühnern, Zwerghühnern, Legewachteln und  Tauben? Da ist der Landesverband Hannover mit der   Landwirtschaftskammer im Gespräch. Bei einer ersten Schulung soll es  darum gehen. Teilnehmer der Schulung sollen zunächst die  Kreiszuchtwarte sein, die dann Vereinszuchtwarte und diese die   Mitglieder unterrichten. Dr. Ludwig Diekmann, Leiter  Unternehmensbereich Tier bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen,  ist hier der Ansprechpartner.
 
Um einen Einblick in die Arbeit und die  Argumentationsschiene der Landesverbandsvorstände Hannover und Weser-Ems  der Rassegeflügelzüchter zu vermitteln, nachfolgend die Reden von Alfred Karl Walter und Lars Steenken.  


Ministerin Barbara Otte-Kienast mit Vertretern des Ministerium und  das Landwirtschaftskammer, der Imkerei sowie der Rassegeflügel- und  Kaninchenzucht.
Foto: Gerhard Schütte
   
Reden der Landesverbandsvorsitzenden Hannover und Weser -Ems beim Kleintierzuchtempfang 2019 in Verden
Von Alfred Karl Walter
   
Entwicklung im LV Hannover
 
Stabile Mitgliederzahlen – deutlicher Anstieg bei den Frauen, die  derzeit 25 Prozent aller Mitglieder stellen. Das Durchschnittsalter  sinkt bei einer älter werdenden Gesellschaft weiter ab, so  dass noch deutlicher wird, dass hinter der Rassegeflügelzucht auch  eine Bewegung junger Menschen steht, die ein anderes Verständnis von  Tierwohl und Nutztierproduktion haben.
 
Erkennbar ist, eine deutliche Hinwendung zu regionalen Rassen und  Kleinsthaltungen. Der Landesverband betreut und fördert seine  Heimatrassen ausdrücklich. In diesem Jahr steht die Rasse der   Landeshauptstadt, die Hannoverschen Tümmler, im Fokus. In diesem  Zusammenhang ist sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt auch der aus  unserer Sicht zu eng gefasste Begriff der landwirtschaftlichen Nutzung erneut zu diskutieren. Gerade  Taubenfleisch gilt als Delikatesse und wurde über Jahrhunderte auch zur  Krankenheilung, sogenannte Wöchnerinnensuppe, eingesetzt.
 
Vorstellung zu Zuchtprogrammen und Förderung
 
Die Liste der gefährdeten Rassen, die vom Arbeitskreis Kleintiere im  Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen bei der Bundesanstalt für  Landwirtschaft und Ernährung (BLE) erstellt wird, ist zu einseitig auf einen sehr engbegrenzten Begriff der umfassenden  landwirtschaftlichen Nutzung gefasst. Der Begriff Rasse wird dort häufig  mit Regionalschlag verwechselt. Eine Rasse ergibt sich immer aus dem Gleichklang von Phänotyp und Genotyp, ergänzt mit  bestimmten Leistungsmerkmalen. Diese Leistungsmerkmale können auch die  messbare Legeleistung sein, dies ist aber neben Widerstandskraft und Angepasstheit an den Standort nur eine von  mehreren Leistungsmerkmalen.
 
Der BDRG wird daher am Standort des Wissenschaftlichen Geflügelhofes  auch die Eierleistungsprüfung des Rassegeflügels durchführen, wobei es  hier nicht um die Maximierung der   Eierleistungsproduktion geht, sondern auch andere Faktoren mit  einbezogen werden sollen. Hier sei biologisch daran erinnert, dass die  maximale Menge an Eiern mit dem Schlupf eines Huhnes durch die Anzahl der Eifollikel schon festgelegt ist. Der Unterschied  zwischen einem, nennen wir es mal „Industriehuhn“ und einem Rassehuhn,  ist zu diesem Stadium in der Eifollikelzahl nicht sehr unterschiedlich. Der eine Bereich „presst“ diese Leistung nur in  einer deutlich kürzeren Zeit, als es der Gesamtlebenszeit eines Huhnes  entspricht, aus dem Tier. Nachhaltiges Wirtschaften im  Sinne des Tierwohls sieht nach unserer Überzeugung anders aus.
 
Darüber hinaus gibt es zum Beispiel verschiedenste Belege der  Nutzung von Tauben und auch anderem Sondergeflügel wie Perlhühnern, die  es nicht auf die offizielle Liste des BLE schaffen. Als Beleg  seien hier zwei Zeitungsartikel vorgestellt, einer über Perlhühner  von 1781 aus dem Hannoverschen Magazin, in dem auch schon ein  Farbschlag, die Perlgrauen, vorgestellt werden. Darüber hinaus ein  weiterer Beitrag über Indianische Hühner, den Puten, von 1811, der  das Fleisch und die gute Bruttätigkeit als Leistungsmerkmal der Tiere  hervorhebt. Hier muss erwähnt werden, dass die Putenhaltung auch ohne beziehungsweise mit minimalem Einsatz von  Antibiotika möglich ist, wenn man eine sinnvolle Zuchtauswahl trifft.
 
Die Politiker scheinen zwar die Notwendigkeit des Erhalts solcher  Genreserven zu erkennen, nehmen aber die Gruppierungen, die sich seit  vielen Jahren darum bemühen nicht wahr. So gab es anlässlich der 39. Plenarsitzung des niedersächsischen Landtages am  25. Januar 2019 eine erste Beratung zum Thema Erhalt alter  Nutztierrassen und wie diese angemessen zu fördern sind. Interessant ist, dass das Thema Geflügel nur ein Nebenthema darstellte. Und  unsere Organisation nicht einmal genannt wurde. Man erkennt zwar die  Hobbyhalter als Sicherer des genetischen Pools an. Wenn man aber über Förderungen spricht, kommt im Wesentlichen nur die  Gesellschaft gefährdeter einheimischer Nutztierrassen im Vokabular der  Redner vor.
 
Unsere eigenen wissenschaftlichen Einrichtungen wie der  Wissenschaftliche Geflügelhof werden anscheinend nicht wahrgenommen,  obwohl gerade diese über ein umfangreiches Literaturarchiv für   Geflügel verfügen. Wir führen seit mehreren Jahren eine Erfassung  der tiergenetischen Ressourcen im Verband durch, und können sehr genau  sagen, wovon es wie viele Rassetiere in welcher Ausprägung   (Farbe, Kammform, etc.) gibt. Daher überreiche ich heute einen  Antrag auf "Förderung von seltenem Kulturgut". Ein ähnlicher Antrag  wurde in Württemberg positiv beschieden, so dass man hier in   Niedersachsen kein Neuland betritt, aber einen großen Schritt in  Richtung echter Biodiversität macht. Gleichzeitig würde ich Ihnen, sehr  geehrte Frau Dr. Waßmuth, heute unsere Idee für einen   nachhaltigen Zuchtring für die Zuchtförderung übergeben, der die aus  unserer Sicht bestehenden Schwachstellen der fehlenden Überwachung des  Phänotyps überwindet. Der Leitspruch unseres aktiven   Zuchtbuches lautet: „Leistung durch Schönheit“ oder anders  ausgedrückt: Ein Hannoveraner Pferd soll ja auch in Zukunft noch wie ein  Hannoveraner aussehen.
 
Man darf an dieser Stelle auch mal kritisch hinterfragen, warum  Vorwerk-Hühner über einen Zuchtring gefördert werden, wenn davon 533  Zuchten bundesweit geführt werden, so dass keine Inzuchtdepression zu erwarten wäre. Diese Rasse gehört zu den Top  zehn Rassen in der Rassegeflügelzucht, so dass auch auf den Phänotyp  großen Wert gelegt werden kann, so wie der Herauszüchter, Oscar Vorwerk, dies von Anfang an es gewollt hat. Unser  Zuchtbuchobmann steht Ihnen für weitere Auskünfte und unsere Ideen zur  Förderung von Zuchtprogrammen gerne zur Verfügung.
 
Unterstützung bei der Wahrnehmung gesellschaftlicher Bildungsaufgaben
 
Unsere Ehrenamtler gehen in Schulen und Kindergärten oder auch an  Volkshochschulen, um über verschiedenste Aktivitäten der  Rassegeflügelzucht zu berichten, beziehungsweise zu schulen. Aus diesem Grund haben wir uns vom Landesverband dazu entschlossen die  Kreisverbände mit Schulungs-Material für Schulen und Kindergärten zu  unterstützen.
 
Als hervorragendes Ansichtsmaterial dienen sowohl das Plakat „Vom Ei  zum Küken“ als auch das Brett mit aufgeschnittenen Eiern aus  Kunststoff, die plastisch die Entwicklung zeigen. Unverständnis rufen bei uns Auflagen von Veterinärstellen und von  Schulaufsichtbehörden hervor. Empfehlungsschreiben des  Landwirtschaftsministeriums an das Kultusministerium könnten helfen.
 
Dort werden hohe Hürden aufgebaut, wenn es darum geht, in  Kindergärten und Schulen beispielsweise mit dem Schaubrüter den Schlupf  von Küken zu zeigen. Wir sorgen dafür, dass unsere ehrenamtlich Tätigen in der Jugendarbeit die Juleica haben. Wozu wird von uns ein  Führungszeugnis verlangt, wenn es um Vorführungen in Kindergarten und  Schule geht?
 
Impfprogramm und Vereinfachung in der Beantragung der Setinelhaltung
 
Wir setzen auf den politischen Druck, um die Ehrenamtler dahingehend  zu unterstützen, dass gesetzeskonform die gesetzlichen  Pflichtimpfungen, sei es über Trinkwasser oder auch Nadelimpfungen gegebenenfalls auch mit einem Sachkundenachweis erbracht werden  dürfen, wie es für kommerzielle Haltung zulässig ist. Es ist einer  Familie mit einer Kleinsthaltung nicht zuzumuten, dass hierfür ein Tierarzt nach dem Impfgesetz bemüht werden muss. Es ist zudem  gängige und bewährte Praxis, dass hier Tierärzte und Vereine Hand in  Hand arbeiten. Nur dadurch wird erreicht, dass eine hohe Durchimpfung der Bestände sichergestellt werden kann.
 
Was die Setinelhaltung betrifft, ist eine Klarstellung durch das  Ministerium an die Kreisveterinäre erforderlich. Wir können einen Antrag  gerne einmal im Jahr stellen, dann aber bitte nach vereinfachten Verfahren. Unsere Züchter halten die Tiere in der  Freilandhaltung. Wenn der Züchter hierzu Angaben macht, sollte Vertrauen  vorherrschen und nicht Misstrauen. Wenn er dann noch Bilder der Anlage beilegt, ist ein Herauskommen des Kreisveterinärs  mit Abrechnung einer Besuchspauschale nicht notwendig und auch nicht  zielführend. Gerne können die Angaben des Züchters auch durch den jeweils zuständigen Kreiszuchtwart bestätigt werden. Wir  wollen nur einen Vertrauensvorschuss. In einigen Landkreis funktioniert  es genauso, nur sollte sich dieses Handeln allgemein durchsetzen. Wenn anhand der Angaben/Bilder berechtigte Zweifel  entstehen, bleibt es dem Veterinär vorbehalten einzelne Züchter zu  besuchen.      
 

Von Lars Steenken
Biologische Vielfalt und unsere wissenschaftliche Arbeit
 
Ich möchte das Thema der biologischen Vielfalt ansprechen, welches  ja nach wie vor im Fokus steht. Man sieht das Insekten- und  Artensterben, man erkennt die Alarmzeichen und versucht es stoppen.   Und ich meine, es ist in unser aller Interesse, dass die Vielfalt,  auch die genetische Vielfalt, unbedingt erhalten bleiben muss. Sonst  brauchen wir nicht mehr von unterschiedlichen alten Rassen und Arten sprechen sondern, wie in so manchem Wirtschaftsbereich nur  noch von Linien auf Grund der genetischen Verengung.  Dabei ist die  Kryoreserve sicherlich eine Möglichkeit, Genmaterial zu erhalten.  
 
Wir Rassegeflügelzüchter haben das vom  Bundeslandwirtschaftsministerium geförderte Projekt „Kryoreserve beim  Huhn“ großzügig unterstützt. Wir lieferten die Tiere und genetisches  Material von zwölf Rassen, die aus den Nutzungsgruppen Lege-, Fleisch- und  Zweinutzungsrassen stammen. Daran kann man erkennen, dass wir die Tiere  rein züchten mit Hilfe des Zuchtbuches und wir auch die Basis  bilden für solch wichtige Projekte zur Erhaltung der biologischen  Vielfalt. Hier möchte ich den Wissenschaftlichen Geflügelhof mit seinem  Bruno-Düringen-Institut in Nordrhein-Westfalen herausstellen, welcher vor 15 Jahren eröffnet wurde und auf dem  Gebiet Rassegeflügel forscht.
 
Wir wissen aber auch alle, dass dieses keine  Lebens-Erhaltungsprogramme sind und nicht wirklich die jahrhundertalte  Tradition der Kleintiererhaltungszucht ersetzt. Es darf kein Maßstab  sein, ob  Geflügel und insbesondere Hühnerrassen aktuell wirtschaftlich eine  Rolle spielen oder nicht. Da freut es uns, dass ein im Landtag  eingebrachter Antrag der beiden Regierungsparteien behandelt wird und es freut uns umso mehr, dass auch das Geflügel hier eingebunden  ist.
 
Seit einigen Jahren gibt es finanzielle Fördermaßnahmen für alte  niedersächsische Geflügelrassen. Das Programm hat erst vor einigen  Wochen die Landwirtschaftskammer anlässlich unserer Hauptversammlung vorgestellt. Andere Bundesländer wie  Baden-Württemberg haben weitere Möglichkeiten geschaffen, die Zuchten  alter und bedrohter Rassen zu stabilisieren und zu fördern. Hier stehen wir, Frau Ministerin, für Gespräche offen gegenüber und wir bitten  Sie in den weiteren politischen Diskussionen solche Positivbeispiele wie  in Baden-Württemberg mit zu berücksichtigen und auch wir könnten uns dieses für Niedersachsen gut vorstellen.   
 
Thema Geflügelpest  und was daraus zu lernen ist?    
 
Es ist ziemlich ruhig geworden um die Geflügelpest, die Medien haben  keinen Anlass zu berichten und man hat den Eindruck, dass mit der  Novellierung der Geflügelpestverordnung alles ganz entspannt sei. Dabei wurde unter anderem, erst kürzlich im März und vor  wenigen Tagen in Bulgarien ein hoch pathogenes Virus vom Typ H5  festgestellt und in Dänemark Typ H7. In Zentralchina soll sogar beim Menschen H9N2 festgestellt worden sein. Sollte man nicht jetzt die  Zeit nutzen, gemeinsam zu überlegen und einen Fahrplan aufstellen, wie  die Geflügelpestverordnung im Falle eines Falles umgesetzt werden könnte? Fragen und Anregungen hätten wir reichlich  hierzu.
 
Wird in Niedersachsen eine Übernetzung der Volieren tatsächlich auch  als gleichwertige Möglichkeit zur Aufstallung gesehen? Sollte man nicht  jetzt überlegen, ob per Landes-Erlass die Gleichwertigkeit festgeschrieben wird? Kann man davon ausgehen, dass  die Amtsbehörden davon Kenntnis erlangt haben, dass Tauben nicht mehr  von den Regelugen der Aufstallung und Veranstaltungen betroffen sind? Wird auch vom Ministerium die Wichtigkeit der  Vergleichsschauen gesehen, die aus unserer Sicht gerade für kleinere  Schauen nicht unbedingt durch behördliche Anordnungen in Geflügelpestzeiten unterbunden werden müssen?      
 
Zeitlich befristete Sentinelhaltungs-Bescheinigungen und der nicht  immer gesehene Unterschied der Veterinärbehörden zwischen Geflügelmärkte  und Ausstellungen werfen für uns immer wieder Fragen   auf. Im letzten Jahr hatte ich im Nachklang zum Kleintierzuchtempfang einen Fragebogenkatalog geschickt. Die Antworten  bekam ich im Mai und zur Frage, ob man baurechtliche Vereinfachungen sich   vorstellen könnte, bedingt durch behördlich angeordnete  Aufstallungen aber auch erhöhtem Platzbedarf für Erhaltungszuchten, hieß  es, man sei nicht zuständig für Fragen des Baurechts.
 
Einen Monat später haben Sie, Frau Ministerin, bei der  Verbandsversammlung der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft einen  Konflikt zwischen Tierschutz und Baurecht geäußert und das man Hemmnisse abbauen solle. So stand es in der Presse. So bieten auch wir uns an,  gemeinsam mit ihrem Ministerium und dem Bauministerium ins Gespräch zu  kommen.
 
Entwicklung im LV Weser-Ems    
 
Abschließend möchte ich positiv erwähnen, dass unser Verband ein  Plus an Mitgliederzahlen zu verzeichnen hat und dass die  Ausstellungssaison sehr erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Aktuell finden viele Projekte statt in Schulen und Kindertageseinrichtungen,  um den Kükenschlupf zu zeigen. Das ist ehrenamtliche Arbeit unserer  Kreisverbände, Ortsvereine und Einzelpersonen und eine gute Werbung für Erhaltungszuchten.                                                 
         
                                      
                
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