Kleintierzüchterempfang 2018 - Landesverband der Rassegeflügelzüchter Weser-Ems e.V.

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Tier- / Artenschutz
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der Rassegeflügelzüchter
Weser-Ems e.V.
Tier- und Artenschutz
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Kleintierzüchterempfang 2018

Veranstaltungen
„Nehmen Sie uns mit in die Mitte der Gesellschaft“
Vertreter von Kleintierzuchtverbänden treffen sich mit Ministerin

„Ich möchte mit ihnen ins Gespräch kommen, sie bei ihrer Arbeit unterstützen. Dabei ist es wichtig, zu wissen, wo der Schuh drückt. Ich will dazulernen, auch wenn es um eine riesige Bandbreite geht.“ Mit diesen Sätzen leitet die Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Barbara Otte-Kinast, das Treffen mit den Vorständen der Rassegeflügelzüchter, Kaninchenzüchter und Imker im Hotel Niedersachsenhof in Verden ein.

Lars Steenken, der Vorsitzende des Landesverbands Weser-Ems,  betont, dass die Rassegeflügelzüchter aktuell die Biologische Vielfalt im Blickpunkt haben. „Es gibt Alarmzeichen, die nicht übersehen werden dürfen“, warnt Steenken. Deshalb die klare Forderung der Rassegeflügelzüchter: „Die genetische Vielfalt muss erhalten bleiben, denn die Kryokonservierung (Aufbewahren von Zellen oder Gewebe durch Einfrieren in flüssigem Stickstoff) kann die Artenvielfalt nicht retten.“

Lars Steenken erinnert daran, dass die Vereinbarung der Kleintierzuchtverbände, sich zum Jahresgespräch zu treffen, nunmehr seit 2002 besteht. Er dankt Dr. Johanne Wasmuth, die maßgeblich daran beteiligt war, dass diese Gesprächsrunde ins Leben gerufen wurde. Der Landesverbandsvorsitzende geht in seinen weiteren Ausführungen auf die Vogelgrippe ein, „um die es ruhig geworden ist“. Zwar sei in Vechta ein infizierter Storch gefunden worden, Beobachtungs- oder Sperrgebiete gab es nicht. Steenken bedauert, dass es noch immer keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Übertragungswegen der Krankheit gibt. Er geht auf den Fall in der Kleintierzuchtanlage in Wörth ein, wo erkrankte Tiere wieder gesundeten. In England sei inzwischen ein Impfstoff gegen Erreger der Vogelgrippe entwickelt worden, sagt der LV-Vorsitzende, der bisher nicht eingesetzt wird, da sich geimpfte Tiere nicht am Markt absetzen lassen. Lars Steenken ruft erneut dazu auf: „Wir müssen gemeinsamen nach Lösungen suchen.“

Alfred Karl Walter fordert, dass stärker gemeinsam mit den Kaninchenzüchtern an einem Strang gezogen werden müsse. „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass sich die Menschen immer mehr die Frage stellen: Wo kommt mein Essen her?“ Bei in der Bevölkerung wachsender Kritik an der Massentierhaltung sieht der Vorsitzende des Landesverbandes Hannover der Rassegeflügelzüchter eine große Chance für die Kleintierzucht. Der Verband der Rassegeflügelzüchter wächst. Erfreulich: neun Prozent der Mitglieder sind Jugendliche und das Durchschnittsalter liegt bei 54 Jahren – keine Überalterung also. Bei den Neueintritten sind es vor allem junge Frauen, die in die Vereine aufgenommen werden können. Hier findet offensichtlich ein Wandel statt.

An Ministerin Barbara Otte-Kinast hat Alfred Karl Walter konkrete Bitten. Er verweist darauf, dass zahlreiche Vereine Aktionen starten, mit Schaubrütern und Informationsmaterial in die Kindergärten und Schulen gehen. Der LV-Vorsitzende wünscht in punkto Erstellung von Lehrschriften, wie beispielweise unser Infobuch, „eine größere Unterstützung durch das Ministerium – auch finanziell“. Das betrifft auch das Ausstellungswesen. „Preise zu gewinnen, ist nur der zweite Teil, denn vorrangig geht es um den Erhalt alten Kulturgutes, von Genreserven und um Biodiversität. Die Ausstellungen, bei denen wir die Tiere ausgebildeten, fachlich versierten Preisrichtern vorstellen, brauchen wir, um die Tiere rasserein zu erhalten.“ Der Landesverbandsvorsitzende führt auch an, dass im Verbandsbereich „30 000 bis 40 000 Zuchttiere gehalten werden, was ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor und daher mit zu bedenken ist“.

Dr. Johanne Waßmuth geht auf den Wunsch nach Unterstützung ein und erklärt, dass bei den förderwürdigen Erhaltungsmaßnahmen nur Rassen in Frage kommen, „die einen kulturhistorischen Bezug zu Niedersachsen haben“. Sie erinnert daran, dass sie bereits vor geraumer Zeit vorgeschlagen habe, für die jeweiligen Rassen Zuchtringe zu bilden.

In der an das Treffen abschließenden Diskussionsrunde meldet sich Heinrich Schierholz zu Wort. Er geht auf die Kurse „Hühner im eigenen Garten“ ein, die von ihm seit drei Jahren bei der Volkshochschule in Nienburg angeboten werden. Er untermauert, dass das Interesse an der privaten Hühnerhaltung wächst, das Wissen der Neulinge aber recht dünn ist. Auch er macht sich dafür stark, dass die Erstellung von Schulungsmaterial von staatlicher Seite unterstützt wird. Heinrich Schierholz, der die Landwirtschaftsministerin Tage vor dem Treffen in Verden bei einer anderen Veranstaltung gehört hat, bei der diese betont hat: „Landwirtschaft gehört in die Mitte der Gesellschaft!“, bittet Barbara Otte-Kinast: „Kleintierzucht gehört zur Landwirtschaft - nehmen sie uns mit in die Mitte der Gesellschaft!“

Peter Jahn
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